Neurologe

Der „Neurologe“ – häufig gestellte Fragen:

Was ist ein Neurologe?

Als Neurologe wird ein Facharzt bezeichnet, der sich mit der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Nervensystems beschäftigt. Eine gewisse Abgrenzung ist zum Facharzt für Psychiatrie gegeben, der überwiegend auf psychische Erkrankungen und Störungen spezialisiert ist, wie Depression, Burn-out, Angsterkrankungen und anderes. Der Neurologe ist überwiegend auf "organische" Erkrankungen des Nervensystems spezialisiert, wie Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose, Nervenlähmungen, Einklemmung von Nerven bei Bandscheibenvorfällen etc.

Was ist ein "Nervenarzt"

Der althergebrachte Begriff des "Nervenarztes" umfasste eigentlich alles, was sich auf Erkrankungen des Nervensystems bezog, sowohl organische Erkrankungen wie z.B Schlaganfall, als auch psychische Störungen wie beispielsweise Depressionen, und kann als überholt angesehen werden.

Warum Neurologe oder Psychiater, oder Neurologe und Psychiater?

Aufgrund des Fortschrittes der Medizin, mit Beschreibung und Entdeckung zahlreicher neuer Krankheitsbilder, insbesondere auch Entwicklung vieler neuer diagnostischen und therapeutischen Verfahren, kam es zu einer ausgeprägten und letztlich für einen einzelnen nicht mehr überblickbaren Ausweitung des Wissensstandes in der "Nervenheilkunde", sodass sich die Erfordernis ergab, die Fächer "Neurologie" (vorwiegend organische Erkrankungen des Nervensystems) sowie "Psychiatrie" (vorwiegend psychische Erkrankungen) zu "trennen" bzw. als eigenständige Fachgebiete zu definieren.

Ärzte, die ab 2002 die Facharztausbildung abschlossen, tragen entweder die Berufsbezeichnung "Facharzt für Neurologie", oder "Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin".

Wann zum Neurologen, wann zum Psychiater?

Weiterhin ist eine gewisse Überschneidung der Fachgebiete natürlich gegeben, und viele Symptome und Erkrankungen können nicht als alleinig entweder "organisch" oder "psychisch" definiert werden. Ein Beispiel wären Schlafstörungen, oder Schwindel. Nich selten können auch chronische Schmerzen überwiegend psychisch bedingt sein.

In diesen Fällen ist es für den Patienten nicht einfach, zu entscheiden, ob der Facharzt für Neurologie, oder aber der Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin zuerst aufgesucht werden soll.

Nicht selten benötigt der Patient auch Hilfe und Unterstützung aus beiden Fachgebieten, beispielsweise bei chronischen Schmerzen auf organischer Grundlage mit begleitender Depression, Schwindel bei Halsschlagerverengung mit Angstsymptomen und Panikattacken - hier könnten viele weitere Beispiele genannt werden.

Immer versuche ich, durch ein eingehendes Gespräch und eine Befragung, herauszufinden, ob in diesen Fällen eine psychiatrisch-fachärztliche Konsultation zu anzuraten ist, und leite den Patienten dann gegebenenfalls an die im Bezirk ansässigen Kollegen mit dem Schwerpunkt Psychiatrie weiter (Dr. Mahnert, Dr. Lassnig, Dr. Stepan, Dr. Jantscher)